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Therapie

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10.05.2017

REHA+AHB

06.04.2017

Aktualisierungsstand dieser Seite: 04.01.2017

Jeder Therapieentscheidung geht immer entsprechend der S3-Leitlinie erst ein eineindeutiges Staging voraus.
Nur auf der Basis dieses Staging ist eine geeignete Therapie, möglichst im Konsens mit dem behandelnden Arzt (Urologen), zu finden.
Auch hier sollte immer gelten, will ich die Therapie selbst, oder wird sie mir von Anderen aufgedrängt?

Bei der Wahl der Therapie sollte immer die eigene Lebensqualität während und nach der Therapie, also vorübergehende und bleibende Nebenwirkungen, und Heilungschancen gut miteinander abgewogen werden und dabei auch die verbleibende Lebenserwartung nicht unberücksichtigt bleiben!
Aus diesem Grund ist es gut, von Anfang an seine Frau / Lebensgefährtin bei der Findung der für sich geeignetsten Therapie mit einzubeziehen.

Bei der Wahl der Therapie sollte auf jeden Fall bedacht werden, ob ein kurativer (heilender) Ansatz noch möglich ist.
Also, ob eindeutig mittels der gegebenen diagnostischen Verfahren ausgeschlossen wurde, dass das Prostatakarzinom bereits die Prostata verlassen und Metastasen in anderen Organen gebildet hat.
Ist das der Fall, ist eine lokale Therapie sinnvoll, bei vorhandensein von Metastasen macht nur eine systemische Therapie Sinn.

Die S3-Leitlinie unterscheidet das Stadium (Staging) wiefolgt:

  • T1 - 2 N0 M0 - lokal begrenztes Prostatakarzinom
  • T3 - 4 N0 M0 -  lokal fortgeschrittenes Prostatakarzinom
  • T3 - 4 N1 - 3 und/oder M1 - fortgeschrittenes bzw. metastasiertes Prostatakarzinom
     

Die S3-Leitlinie gibt den Behandlern klare Empfehlungen hinsichtlich der Therapien und unterscheidet zwischen nichtmetastasiertem bzw. lokalem und rezidiviertem oder metastasiertem Prostatakarzinom:

diagnostiziertesPCa

 

Kurze Beschreibung beider Therapie-Typen durch Dr.Mark Scholz vom Prostate Cancer Research Institute in Los Angeles, USA:

Lokale Therapien

Systemische Therapien (metastasiert)

radikale Prostatektomie, Brachytherapie, externe Bestrahlung, Kryotherapie, HIFU, Protonenbestrahlung

Überwachung mit Änderungen der Ernährungsgewohnheiten, antiandrogene Monotherapien oder zwölf- oder mehrmonatige kombinierte Hormonblockade, Chemotherapie

 zielen darauf ab, die Prostata einschließlich des in ihr vorhandenen Krebses mit Stumpf und Stiel zu entfernen.
Moderne Technologie in der Hand von Experten kann die Prostata mit hoher Zuverlässigkeit vom Krebs befreien.
Lokaltherapien haben allerdings zwei potenzielle Nachteile.
Der eine sind die potenziell irreversiblen Nebenwirkungen auf die benachbarten Strukturen (z. B. die Erektionsnerven, die Blase und den Enddarm).
Der andere ist die entmutigende Möglichkeit, diese beschriebenen Risiken einer Lokaltherapie eingegangen zu sein, nur um später einen Krankheitsrückfall verzeichnen zu müssen, weil der Krebs sich bereits über die Prostata hinaus in andere Teile des Körpers ausgebreitet hatte.

 behandeln den gesamten Körper, wirken aber von Hause aus unterdrückend und nicht heilend. Die Wahl einer dieser Optionen beruht auf dem philosophischen Glauben, dass Prostatakrebs ein nicht schwerwiegender Prozess ist. Darum könne eine wirkungsvolle, unterdrückende Behandlung in der Lage sein, den Krebs in einen chronischen, nicht fortschreitenden Zustand zu verwandeln.
Der Vorteil dieser Optionen ist, dass die Nebenwirkungen normalerweise reversibel sind.
Der Nachteil ist das Fehlen der Chance, das Thema Prostatakrebs abschließen und zur Tagesordnung übergehen zu können.
Eine systemische Behandlung erfordert, sich ständig bezüglich der Erkrankung fortzubilden und die Entwicklung der Situation genau zu beobachten.

Der ganze Artikel ist bei der Wahl der geeigneten Therapie eine wichtige Hilfe:
“Neu diagnostizierter Prostatakrebs - Das Abschätzen der Wahlmöglichkeiten”
von Dr. Mark Scholz, Prostate Oncology Specialists
Mit freundlicher Genehmigung von Dr. Mark Scholz übersetzt von Jürg van Wijnkoop
und Ralf-Rainer Damm, Redaktion und Layout Ralf-Rainer Damm

Eine Möglichkeit der Auswahlhilfe kann dabei auch unten stehende Übersicht von Prof. Dr. med. M. Heinrich Seegenschmiedt vom Alfried Krupp Krankenhaus in Essen bieten. Sie berücksichtigt aber nicht die zur Zeit ebenfalls zur Anwendung kommenden experimentellen Therapien, wie z.B. die Dreifache Hormonblockade nach Dr.Leibowitz, Kryotherapie, HIFU und andere.

Weitere Entscheidungshilfen können die beiden Veröffentlichungen im Deutschen Ärzteblatt sein:
“Therapieoptionen für das frühe Prostatakarzinom” von Prof. Dr. med. Hartwig Huland, Klinik und Poliklinik für Urologie Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

und

“Indikation zur kurativen Therapie des Prostatakarzinoms Stellenwert von Nomogrammen in der Prognoseabschätzung und Therapieberatung” von Priv.-Doz. Dr.med. Markus Graefen Urologische Klinik und Poliklinik Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf

oder

Auch die umfangreiche Liste der Literatur kann bei der Entscheidung weiterhelfen.

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