© by Ludwig Pabst 2017

Prävention

Aktualisierungsstand dieser Seite: 18.11.2015

Vorsorge - Früherkennung

Warum gehen Männer seltener zur “Krebsvorsorge”, als Frauen?
Zur Zeit gehen nur ganze 26 % der deutschen Männer (im Durchschnitt bundesweit) ab 45 Jahre zur Krebsfrüherkennung, Frauen dagegen sind mit 59 % beteiligt! (eine Erhebung der TK aus 2011)

Die Fakten:

  1. Der Begriff ist falsch, es ist keine Vorsorgeuntersuchung!
    Wogegen will ich bei dieser Untersuchung Vorsorgen? Krebs kann dadurch nicht verhindert werden.
    Damit wird, insbesondere durch die Medien, den Männern etwas falsches suggeriert.
    Vorsorgen gegen Krebs können doch die Männer allein?! Die Frauen übrigens auch,  durch ausgewogene Ernährung und gesunde Lebensweise, Sport treiben,  zumindest sich täglich bewegen.
    Ausschließen kann ich Krebs damit allerdings nicht, ich kann aber das Risiko, an Krebs zu erkranken, verringern!
    Es geht vielmehr um eine Krebs-Früherkennungsuntersuchung!
  2. Darüber und über die Wichtigkeit der Krebs-Früherkennung in Bezug auf die Heilungschancen wird viel zu wenig aufgeklärt und informiert.
    Nur ein im Frühstadium erkanntes Prostatakarzinom hat eine große Chance der “Heilung”, besser der vollständigen Krebsbeseitigung.
  3. Bei Frauen beginnt die gesetzliche Krebsfrüherkennung bereits mit 19  Jahren, also dann, wenn sie sowieso schon zum Frauenarzt gehen,  zumindest, wenn sie verhüten wollen.
    Bei Männern beginnt die gesetzliche Krebsfrüherkennung erst mit 44 bzw. 45 Jahren.
    Frauen sind also schon gesetzlich viel früher in der Krebsfrüherkennung als Männer.
  4. Die gesetzliche Krebsfrüherkennungsuntersuchung beinhaltet bei Männern  wesentlich unzuverlässigere Untersuchungen - speziell, was den  Prostatakrebs betrifft.
    Bei Frauen wird z.B. ein Brust-Screening zur Früherkennung von Brustkrebs durchgeführt.
    Der einzige, zwar in einigen Kreisen umstrittene, Test, der PSA-Test  zur  Füherkennung des Prostatakrebses beim Mann ist nicht Bestandteil der  gesetzlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchung. Was vom GBA als  Krebsfrüherkennung benannt und von den Krankenkassen bezahlt wird, verdient in Bezug auf den Prostatakrebs diese Bezeichnung nicht. Sie ist eine Späterkennung beim Prostatakrebs und verspielt die Möglichkeit seiner vollständigen Beseitigung bzw. “Heilung”. Noch viel schlimmer, sie suggeriert den Männern, die diese Untersuchung (ohne PSA-Test)  machen lassen, dass bei Ihnen alles in Ordnung ist, wenn nichts  festgestellt wurde. Und das auch noch mit staatlicher Unterstützung, der GBA ist ein Instrument der Gesundheitspolitik in Deutschland.

Wie verhalten sich Männer in der Regel, wenn es um ihren Körper, ihre Gesundheit geht?

  1. Männer sind falsch erzogen worden und werden es in den meisten Fällen heute noch.
    Nach dem Motto, ein Junge weint nicht oder Indianer kennen keinen Schmerz.
    In unserer Gesellschaft ist es immer noch ein Makel, wenn man als Mann krank wird.
    Dann heißt es gleich: “Ach der ist nicht leistungsfähig genug, den können wir nicht belasten!”
    Ein weiteres Beispiel ist der Umgang mit Behinderten. Der Umgang mit  Behinderten Menschen in unserer Gesellschaft lässt noch sehr viel zu  wünschen übrig. Auch wenn es das Sozialgesetzbuch gibt, was vieles  positiv im Sinne der Behinderten regelt, meist verdeckt aber manchmal  sogar ganz offen wird ein Behinderter in unserer Gesellschaft  ausgegrenzt. Das geschieht nicht nur in den Firmen, das geschieht in der Nachbarschaft, der Wohnumgebung, ja selbst in Familien.
    Ein Mann,  zumindest ein Familienvater, der vielleicht der alleinige Ernährer der  Familie ist, scheut sich dann natürlich davor, das Risiko einzugehen,  bei einer Krebsfrüherkennung die vernichtende Diagnose Krebs zu  bekommen. So lange nichts weh tut, wird schon nichts sein. Eine solche  Einstellung ist fatal und lebensgefährlich!
  2. Männer sind Weltmeister im Verdrängen.
    Alles Mögliche interessiert sie, nur nicht der Zustand ihres eigene Körpers.
    Dass ihr Auto gut gepflegt und in Schuss ist, das ist selbstverständlich, darüber kann man ja am Stammtisch prahlen,
    z.B. wie viel PS das eigene Auto hat und wie schnell es fährt.
    Themen wie Früherkennungsuntersuchung oder was PSA ist, kommen am Stammtisch  nicht gut an. Da wird man gleich als Memme oder Weichling verschrien.
  3. Männer haben Angst. Insbesondere vor der Art der Untersuchung beim Arzt. Da tastet der  Urologe mit dem Zeigefinger im Enddarm die Prostata ab (die sogenannte  Hafenrundfahrt), da untersucht der Arzt die Genitalien. Nein das möchten Männer nicht, jedenfalls nicht wenn es ein Arzt macht. Da zeigen sie  plötzlich Schamgefühl.
  4. Männer handeln, wenn es um ärztliche Untersuchungen geht, nach dem Vogel-Strauß-Prinzip.
    Mir wird schon nichts passieren, wenn niemand hinschaut. Die Untersuchung  ist ihnen unangenehm und kostet ihnen viel Überwindung und zu viel Zeit.
  5. Männer sind falsch und ungenügend informiert über ihren Körper und ihren  Gesundheitszustand. Nach dem Motto: “Mir tut doch nichts weh” wird in  Gesprächen über Krebsfrüherkennung meist abgewunken. Dass es in diesem  Fall, speziell beim Prostatakrebs, dann aber bereits zu spät ist, da  alle Heilungschancen vertan sind, verblüfft die Männer geradezu, wenn  man ihnen das erklärt.
  6. Falls sie sich doch informieren, dann tun das in der Regel 2/3 der Männer im Internet bei Dr.Google und achten nicht auf die Seriosität der gefundenen  Informationen, statt sich an in Deutschland vorhandene renommierte und  seriöse Informations - Portale für Krebs zu wenden, wie z.B. den Krebsinformationsdienst des Kresbforschungszentrums in Heidelberg, die Seiten der Deutschen Krebshilfe oder der Deutschen Krebsgesellschaft oder in Bezug auf Prostatakrebs die Seite des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe (BPS) oder einfach mal eine Selbsthilfegruppe aufsuchen.

geänderte Seiten

Änderungsdatum

NEWS

10.05.2017

REHA+AHB

06.04.2017

Home   News   Leben mit Prostatakrebs   Informationen   Links   Anregung, Fragen   Impressum 
website design software